Milchmädchenrechnung


Warum keine Milchprodukte ?
(Über die Milchmädchenrechnung der Milchindustrie)

Wenn man die Menschen fragt, aus welchem Grund sie Milchprodukte konsumieren, fallen schnell die Worte „Protein“ und „Kalzium“. In Milch stecke besonders viel lebenswichtiges Protein und der hohe Kalziumanteil sorge für starke Knochen und Zähne. Es ist kein Wunder, dass diese Meinungen über Milchprodukte vorherrschen. Von unseren Eltern und der Werbung bekommen wir zu hören: „Die Milch macht’s!“ oder „Milch macht müde Männer munter“. Als Kindern wurde uns eingeimpft, dass wir brav unsere Milch trinken sollen, um groß und stark zu werden. Doch was ist wirklich dran, an der angeblich gesundheitsfördernden Wirkung von Milchprodukten?
Bei Betrachtung des Proteingehalts fällt auf, dass 100 g Milch (1,5 % Fett) in etwa 3,5 g Protein enthalten. Bei einem Mann deckt das 1,4 % des Tagesbedarfs. Dafür, dass uns gesagt wird, Milchprodukte gehören zu den besten Proteinlieferanten überhaupt, erscheint das doch ziemlich dürftig. Vor allem, wenn man den Proteingehalt von 14 g pro 100 g Quinoa dagegen setzt. Sogar der Rosenkohl kann es mit 4 g Protein pro 100 g locker mit der Milch aufnehmen.
Doch die Betrachtung des reinen Proteingehalts eines Lebensmittels wäre zu kurzsichtig. Der menschliche Körper und seine Stoffwechselprozesse sind sehr komplex. So ist es viel wichtiger, welche Form von Proteinen zugeführt wird und wie sie letztendlich vom Körper verarbeitet werden kann. Das wichtigste Milchprotein ist Kasein (26 g pro Liter Kuhmilch), welches für den Bedarf und das Verdauungssystems eines Kalbes, Lammes oder Zickleins ideale Eigenschaften besitzt. Für uns ist dieses von einer Kuh, einem Schaf oder einer Ziege stammende Protein ein fremdartiges (Mal ganz davon abgesehen, dass der Milchkonsum natürlicherweise nur für Lebewesen im Säuglingsalter gedacht ist). Diese dem menschlichen Verdauungssystem unbekannte Substanz wird in unserem Organismus als Fremdkörper registriert. Einige Menschen reagieren deshalb mit einer Abwehrreaktion des Immunsystems darauf. Paradoxerweise gilt diese Milchunverträglichkeit in der westlichen Gesellschaft als unnormal und wird mit Medikamenten behandelt, die diese natürliche und richtige Schutzfunktion des Körpers unterbindet.
Wie bei einer vollen Nasen oder verstopften Bronchien bildet der Körper Schleim um den Fremdkörper Kasein und macht ihn somit vorerst unschädlich. Dieser dicke und zähe Schleim verklebt und reizt jedoch das gesamte Verdauungs- und Atemsystem, die Nervenbahnen sowie die Muskeln. Das Ausscheidungssystem des Körpers versucht diese unverwertbaren Substanzen auszuleiten, ist jedoch bei täglicher Einnahme von Milchprodukten und anderer schwer- bis unverdaulicher Kost mit der großen Menge der Fremdkörper überfordert und lagert sie im Körperinneren ein. Die fremdartigen Klumpen, die sich dann in gesundem Gewebe einnisten blockieren die natürlichen Prozesse in unseren Organismus und können Krankheiten bis hin zu bösartigen Tumoren auslösen. Aus diesem Grund zeigen Studien einen extrem engen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Kasein und der Entstehung von Krebs (China Study). Das Milchprotein kann also vom menschlichen Körper nicht verwertet werden und sorgt für eine ausgesprochen hohe Belastung des gesamten Organismus. Neben Kasein ist das Lactotransferrin mit 0,1 g pro Liter ein bedeutendes Protein der Milch. Schon bei Betrachtung der Wortbedeutung wird deutlich, dass es sich hierbei nicht um einen gesunden Bestandteil unserer Nahrung handelt: lat. lacteus = Milch; lat. transferre = hinübertragen; lat. ferrum = Eisen. Dieses Protein ist demnach ein sehr guter Transporter für Eisen. Selbst enthält es dieses Spurenelement nur in sehr geringem Maße, ist jedoch in der Lage, das Fünffache seiner Eisenmenge an sich zu binden. Erfolgt also zusätzlich zur Aufnahme von Eisen eine Zufuhr von Lactotransferrin (z.B. Haferflocken mit Milch), bindet das Milchprotein eine große Menge des Eisens aus der Nahrung und macht es somit unverwertbar für die menschliche Verdauung. Werden Milchprodukte in hohem Maße mit jeder Mahlzeit konsumiert, kann durch die Ausleitung des Eisens durch Lactotransferrin ein gravierender Eisenmangel entstehen. Diese Fakten sind leider sehr weit weg von den Versprechungen der Milchindustrie, die ihre Produkte erfolgreich als hochwertige Proteinlieferanten bewerben.
Wie sieht es jedoch mit dem hoch gepriesenen Kalzium in der Milch aus. Es soll für eine hohe Knochendichte sorgen und Knochenbrüchen vorbeugen. Osteoporose ist eine Erkrankung, die auf Kalziummangel zurückgeführt wird. Sie ist gekennzeichnet durch eine geringe Knochendichte, häufige Frakturen und den schnellen Abbau der Knochensubstanz und –struktur. Wenn wir annehmen, dass Milchprodukte dem Körper viel Kalzium zuführt, müsste die Osteoporoserate in Ländern mit hohem Milchkonsum geringer sein, als in Ländern, in denen die Menschen verhältnismäßig wenig Milchprodukte zu sich nehmen. Seltsamerweise ist genau das Gegenteil der Fall. Osteoporose kommt hauptsächlich in den USA, Europa und Neuseeland vor. Also dort, wo der Milchkonsum sehr hoch ist. In Afrika und Asien, wo Milch als Nahrungsmittel keinen großen Stellenwert einnimmt, tritt Osteoporose so gut wie nie auf. Doch wie kommt dieser umgekehrte Zusammenhang zustande? Soll uns die Milch nicht all das Kalzium liefern, das wir für eine gute Knochengesundheit benötigen? Das wurde uns in der Werbung doch so versprochen!
Die Erklärung findet sich in der Komplexität des menschlichen Stoffwechsels, bei dem sehr viele Substanzen wie Zahnräder ineinander greifen, um die Maschine zum Laufen zu bringen. Damit das Kalzium aus der Nahrung letztendlich in die Knochen gelangen kann, bedarf es beispielsweise einer ausreichenden Menge an Magnesium. Liegen Kalzium und Magnesium im Verhältnis 2:1 vor, kann die optimale Verstoffwechselung des Kalziums sichergestellt werden. In der Milch liegt jedoch ein Verhältnis von 10:1 zu Ungunsten des Magnesiums vor. 80 % des Kalziums können also aufgrund des Magnesiummangels überhaupt nicht vom Körper verwertet werden! Optimisten würden jetzt sagen, dass die 20 % immer noch ausreichen, um den Bedarf eines Menschen an Kalzium zu decken, da Milch sehr viel dieses Mineralstoffs enthält. Leider wurde die Rechnung hier ohne das Phosphor gemacht, das ebenfalls in hohen Dosen in Milchprodukten vorkommt. Das Phosphor sollte im gleichen Verhältnis wie Magnesium im Körper vorhanden sein, um eine optimale Aufnahme des Kalziums zu gewährleisten. In der Tat herrscht jedoch in den meisten menschlichen Organismen aufgrund des hohen Konsums von Fleisch, Getreide, zuckerhaltigen Lebensmitteln und Milchprodukten ein Phosphorüberschuss. Die Phosphate binden das Kalzium unter Einfluss der Magensäure so, dass es für die Einlagerung in die Knochen nicht mehr zu Verfügung steht. Die große Menge an Phosphor verhindert also die Aufnahme des Kalziums aus der Nahrung! Salat und Gemüse enthalten hingegen das für den menschlichen Körper perfekte Verhältnis von Kalzium, Magnesium und Phosphor, sodass durch eine überwiegend pflanzliche Ernährung kein Kalziummangel entstehen kann.
Eskimos nehmen durch den Verzehr von Fischknochen weltweit die größten Mengen an Kalzium auf (2000 mg pro Tag). Dennoch haben sie eine der höchsten Osteoporoseraten der Welt. Der hohe Anteil an tierischem Protein in ihrer Nahrung (250 g bis 400 g pro Tag) verhindert nämlich die Einlagerung des Kalziums im Körper und entzieht den Knochen und Zähnen das Mineral zur Ausgleichung der Übersäuerung.
Doch um die ganze Misere noch zu steigern, zeigen Studien, dass Milchprodukte nicht nur kein verwertbares Kalzium liefern, sie entziehen unserem Körper sogar das eingelagerte Kalzium! Nahrung, die reich an tierischem Protein ist, hat eine Übersäuerung des Körpers (metabolische Azidose) zur Folge. Da unser Organismus immer bestrebt ist, seinen pH-Wert stabil zu halten, versucht er den Säureüberschuss auszugleichen. Um dies zu erreichen, greift er auf das eingelagerte Kalzium und Magnesium in unseren Knochen, Zähnen und Muskeln zurück und macht diese dadurch schwach. Da Milchprodukte zu den Lebensmitteln gehören, die am stärksten säurebildend sind, schaden sie unserem Körper mehr, als dass sie seine Gesundheit fördern.
Die Nachteile von Milchprodukten lassen sich über die Problematiken des Proteins und des Kalziums sogar noch weiter fortzuführen. Dank industrieller Verarbeitungsprozesse, bei denen Melkmaschinen, Lagertanks und Kühlung zum Einsatz kommen, überwiegen im Endprodukt Milch Fäulnisbakterien statt der natürlichen Milchsäurebakterien. Diese Fäulnisbakterien nehmen wir wiederum beim Verzehr in unserem Organismus auf. Weiterhin gelangen durch die nicht seltenen Euterentzündungen der Hochleistungskühe Eiterzellen in die Milch. Gesetzlich erlaubt ist hierbei ein Anteil von 400.000 Eiterzellen pro Milliliter. Mit einem Glas Milch können somit bis zu 10 Millionen Eiterzellen in den Körper gelangen. Der Prozess der Homogenisierung macht die Milch durch die Verkleinerung der Fettkügelchen leichter verdaulich. Die unnatürlich geringe Größe dieser Moleküle führt jedoch dazu, dass Milchinhaltsstoffe wie das Fett, die normalerweise aufgrund von Unverdaulichkeit ausgeschieden werden, vom Darm aufgenommen und verstoffwechselt werden können. Die Fettkügelchen gelangen dadurch in den Blutkreislauf, können sich an Gefäßwänden ablagern und Gefäße verstopfen. Darüber hinaus sorgen Molkenproteine für eine Stimulation der Insulinausschüttung im Körper, was wiederum die Protein- und Fettsynthese sowie Zellwachstum und –aufbau beeinträchtigt und zu einer Hemmung des Fettabbaus führt. Durch die künstliche Verlängerung der Phasen kontinuierlicher Milchproduktion und das wiederholte Melken auch am Ende der Schwangerschaft, enthält die Milch der Kühe eine hohe Konzentration an Sexualhormonen, wie z.B. Östrogen oder Testosteron. Der Hormonaushalt von Kindern und Jugendlichen wird hierdurch stark beeinflusst und bei Erwachsenen werden hormonbedingte Tumorerkrankungen in Brust, Eierstöcken, Gebärmutter, Hoden und Prostata begünstigt. Diese Tumorzellen reagieren hochsensibel auf Sexualhormone, die deren Wachstum beschleunigen. Zu allem Überfluss findet man in der Milch häufig Rückstände von Antibiotika, welche 80 % der Nutztiere verabreicht werden. Einige Präparate sind sogenannte Reserveantibiotika, die erst eingesetzt werden, wenn andere Antibiotika keine Wirkung mehr haben. Durch ihre Einnahme über Milchprodukte können dadurch beim Menschen Resistenzen gegen Medikamente entstehen, die die Wirkung der Präparate stark herabsetzen.
Die hochgelobten Eigenschaften der Milch stellen sich unter genauerer Betrachtung somit als falsch dar. Anstatt den Körper mit Protein und Mineralstoffen zu versorgen, stellt die Ausleitung der Inhaltsstoffe eine große, je nach Menge sogar eine unmöglich zu bewältigende Belastung für den Körper dar und sorgt für eine Schwächung von Knochen, Zähnen und Muskeln durch Mineralstoffentzug. Zusätzlich können die durch industrielle Produktion und Verarbeitung in die Milch gelangenden Inhaltsstoffe, wie Eiterzellen, verkleinerte Fettkügelchen, Hormone und Antibiotika zu erheblichen gesundheitlichen Schäden führen.
Für durchschnittlich aktive Menschen bedeutet der Konsum von Milchprodukten bereits eine nicht zu unterschätzende Gesundheitsbeeinträchtigung. Doch insbesondere Sportler können aufgrund ihres erhöhten Nähr- und Mineralstoffbedarfs erheblichen Schaden davon tragen. Durch regelmäßiges Training wird sehr viel mehr Säure im Körper gebildet als üblich. Deshalb beginnt der Organismus direkt nach der Belastung, die Säure abzutragen und durch Minerale auszugleichen. Werden ihm jedoch statt basenbildenden Nahrungsmitteln und Mineralstoffen säurebildende, mineralstoffarme tierische Produkte zugeführt, sinkt der ohnehin schon niedrige pH-Wert noch weiter in den sauren Bereich und Mineralstoffdepots in Knochen und Muskeln, die durch den Sport mitunter sowieso schon angegriffen wurden, werden geplündert, um den pH-Wert zu normalisieren. Für die Ausleitung des unverdaulichen Kaseinschleims hat der Körper aufgrund der Übersäuerung keine Kapazitäten mehr, was eine zusätzliche Belastung für den Organismus darstellt. Würde der Sportler nun eine längere Trainingspause machen, in der er sich überwiegend basisch und mineralstoffreich ernährt, kann er die Übersäuerung rückgängig machen, den pH-Wert wieder stabilisieren, die Mineralstoffspeicher in Knochen und Muskeln wieder füllen und eingelagerten Schleim abbauen. Trainiert er jedoch weiter und ernährt sich überwiegend von säurebildenden Lebensmitteln, kommt es nicht selten zu Leistungseinbußen sowie Knochen- und Muskelverletzungen aufgrund von Übersäuerung und Mineralstoffmangel. Vor allem Sportler sollten sich deshalb intensiv mit ihrer Ernährungsweise auseinander setzen und vollwertige basische Lebensmittel zu sich nehmen. Die Leistungsfähigkeit wird gesteigert, der Körper regeneriert nach einer Belastung schneller und es kann dementsprechend früher und härter weiter trainiert werden. Nicht wenige Leistungssportler machen sich diese Vorteile zu Nutze und verzichten bewusst auf tierische Produkte.

Literatur:
 Krieger, E. (2015) Die Milchlüge, Die Milch macht’s leider doch nicht, CBX Verlag, München
 https://de.wikipedia.org/wiki/Casein (02.12.2015)
 https://de.wikipedia.org/wiki/Lactoferrin (02.12.2015)